Outdoor Trainer Curriculum
Alle Themen im Überblick
Du willst genau wissen, was in der Outdoor Trainer Weiterbildung auf dich zukommt? Hier findest du das Curriculum im Detail – sechs Themenblöcke, fünf Tage Praxis.
Wo wir herkommen
EarthTrail steht nicht zufällig zwischen mehreren Welten. Unsere Trainings-Methodik hat sich aus fünf Praxis-Traditionen entwickelt – jede mit eigenem Selbstverständnis, eigenen Methoden, eigenen Anwendungsfällen.
Unsere Wurzeln liegen im Survivaltraining, Outdoor Training, der Erlebnispädagogik, Wildnispädagogik sowie der militärischen Ausbildungspraxis.
Dazu Querverweise aus der angewandten Kommunikationspsychologie (NLP, gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg) und der klassischen Erwachsenenbildung (Comenius, konstruktivistische Lerntheorie nach Glasersfeld). In den folgenden sechs Blöcken siehst du, wie sich das in fünf Tagen Praxis übersetzt.
Didaktik & Lernphysiologie
Bevor du Methoden lernst, brauchst du das Fundament: Wie funktioniert Lernen bei Erwachsenen überhaupt? In diesem Block legst du die didaktische Basis – Theorien, die du als Trainer kennen solltest, und Prinzipien, an denen du deine Praxis ausrichten kannst.
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Lehrer, Lerner, Lerninhalt – jede Lehrsituation hat drei Pole. Aus dem klassischen didaktischen Dreieck leiten sich fünf zentrale Fragen ab, mit denen du jede Lehreinheit strukturierst: Wer lernt? Wozu? Was? Wie? Wo und wann? Du lernst, diese Fragen vor jeder Lehrsituation systematisch zu beantworten.
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400 Jahre alt, immer noch tragend: Anschauung vor Sprache, vom Allgemeinen zum Speziellen, Lernen über eigenes Tun, am Gegenstand verweilen bis er begriffen ist. Wir gehen die wichtigsten Grundsätze nach Comenius durch und prüfen, wie sie sich auf deine eigene Praxis übertragen lassen.
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Wissen kann nicht von einer Person zur anderen übermittelt werden – es muss vom Lernenden selbst aufgebaut werden. Diese Einsicht von Ernst von Glasersfeld (1987) verändert deine Rolle als Trainer fundamental: Du gibst nicht Wissen weiter, du schaffst die Umstände, unter denen Teilnehmer es selbst konstruieren.
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VAKOG (aus der NLP-Tradition – Visuell, Auditiv, Kinästhetisch, Olfaktorisch, Gustativ) zeigt: Je mehr Sinneskanäle du ansprichst, desto höher die Behaltensquote. Ebbinghaus' Vergessenskurve zeigt umgekehrt: Ohne Wiederholung ist nach sechs Tagen nur ein knappes Viertel des Gelernten übrig. Du lernst, beides für deine Trainings zu nutzen.
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Nach diesem Block kennst du die theoretische Basis der Erwachsenenbildung und kannst sie auf deine eigene Trainings-Praxis übertragen. Du verstehst, warum Methoden wirken – und warum manche nicht funktionieren, obwohl sie gut gemeint sind.
Methoden, Formate & Methodenpool
Methodik wirkt nur, wenn sie passt – zu Inhalt, Gruppe, Setting. In diesem Block lernst du das volle Spektrum der Methoden kennen, das in deinen Trainings draußen funktioniert, und erarbeitest deinen eigenen Methoden-Pool für die Praxis.
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Frontalunterricht, Projektarbeit, Lernen durch Lehren, Gruppenarbeit, Lerngespräch, Szenariotraining, praktische Übung – die Grundpalette der angewandten Erwachsenenbildung. Du lernst, welche Methode wann passt, welche du wann besser meidest und wie du Methoden gezielt kombinierst.
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Coyote Teaching, Council-Methode, Fishbowl, Tasktraining, Drilltraining – Methoden, die im Outdoor-Setting eigene Wirkung entfalten. Du erlebst sie nicht als Theorie, sondern als angewandte Praxis und verstehst, wofür sie sich jeweils eignen.
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Im Fishbowl-Council baut die Gruppe einen strukturierten Pool aus Methoden und Formaten auf – mit Beschreibung, Einsatzfeld, Material und Wichtigem. Du arbeitest aktiv am Pool mit, profitierst von der Schwarmintelligenz der Gruppe und nimmst das Ergebnis als Formathandbuch mit nach Hause.
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Welche Methode trägt welchen Inhalt? Wann brauchst du Drill, wann Reflexion, wann Selbsterfahrung? Du übst, die Methode zur Situation auszuwählen – nicht nach Gewohnheit, sondern nach pädagogischem Ziel.
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Nach diesem Block kennst du nicht eine Methode, sondern den ganzen Pool – und kannst gezielt auswählen, was jeweils passt. Du hast außerdem dein eigenes Formathandbuch in der Hand, mit dem du in deiner Praxis weiterarbeiten kannst.
Lehreinheiten planen & strukturieren
Eine gute Lehreinheit fällt nicht vom Himmel – sie folgt einer klaren methodischen Vorbereitung. In diesem Block lernst du die Blaupause, mit der du deine Trainings strukturierst, und die Grundsätze, die sie wirksam machen.
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Setting → Phasen → Methoden → Lehr- und Arbeitsmittel. Vier klare Planungsschritte, die jede Lehreinheit tragen – egal ob Theorie-Input oder Praxis-Übung. Du arbeitest mit dieser Blaupause an konkreten eigenen Lehreinheiten und verinnerlichst sie als Routine.
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Wie führst du Teilnehmer durch deine Einheit, ohne dass sie abdriften? Mit klarem Aufbau – Überblick, Inhalt, Rückblick, Fragen – und bewusster Steuerung der Aufmerksamkeit. Du lernst die Werkzeuge, mit denen du Gruppen wirklich mitnimmst.
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Das Werkzeug der Erwachsenenbildung gegen Inhaltsüberladung. Was muss rein, was kann raus, was lenkt ab? Reduktion ist nicht weniger Substanz, sondern mehr Wirkung. Du übst, deine Inhalte zu schärfen statt anzureichern.
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Wie übersetzt du Theorie in Wahrnehmung? Praxis-Beispiele, sichtbare Modelle, hörbare Geschichten, fühlbare Erfahrung. Je mehr Kanäle du ansprichst, desto höher die Behaltensquote. Du lernst, das in deinen eigenen Lehreinheiten konkret umzusetzen.
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Nach diesem Block kannst du jede Lehreinheit von der Begrüßung bis zum Abschluss-Feedback methodisch sauber strukturieren. Du arbeitest nicht aus dem Bauch heraus, sondern nach einer klaren Blaupause – die du auch unter Stress und Zeitdruck abrufst.
Trainerauftritt & Videoanalyse
Methodik nutzt nichts, wenn dein Auftreten dem Inhalt nicht standhält. In diesem Block hältst du eigene Lehreinheiten, lässt dich filmen und arbeitest mit ehrlichem Feedback an deiner Trainer-Persona.
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Theorie-Referate, Praxis-Referate, dann längere Übungseinheiten. Du bist regelmäßig in der Rolle der Kursleitung – nicht als Zuschauer, sondern als Verantwortlicher. Jede Einheit wird methodisch vorbereitet, gehalten und ausgewertet.
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Deine Einheiten werden gefilmt – nicht für die Öffentlichkeit, sondern für dich. Im Spiegel des eigenen Auftretens entstehen Erkenntnisse, die kein Trainer-Feedback ersetzen kann. Du siehst dich, wie andere dich sehen.
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Wie gibst und nimmst du konstruktives Feedback, ohne Bauchpinseln und ohne zu kränken? Du lernst klare Kriterien (Inhalt, Methodik, Auftreten, Setting), Kurzfeedback-Strukturen und das aktive Hinhören – und übst es regelmäßig in beide Richtungen.
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Was macht dich als Trainer aus? Wo sind deine Stärken, wo deine Baustellen? In Council-Runden und Speed-Dating-Feedback-Formaten arbeitest du an deinem eigenen Profil – mit Spiegel der Gruppe und ehrlicher Selbstreflexion.
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Nach diesem Block hast du nicht nur Methoden gelernt – du hast dich selbst als Trainer gesehen und geschärft. Du weißt, wo deine Stärken liegen und an welchen Stellen du in den nächsten Monaten konkret weiterarbeiten wirst.
Gruppenführung & Kommunikation
Gruppen sind keine Summe von Einzelpersonen. Sie haben Phasen, Dynamiken, Rollen, Konflikte. In diesem Block lernst du, Gruppen zu führen, ohne sie zu überrollen – und in schwierigen Gesprächen souverän zu kommunizieren.
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Forming, Storming, Norming, Performing – und was du in jeder Phase anders machst. Wann brauchst du klare Struktur, wann mehr Raum? Du lernst, die Gruppe zu lesen und je nach Phase passend zu führen.
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Im Kurs übst du das mit „Störer"-Rollen unter realen Bedingungen. Wie reagierst du, wenn jemand quertreibt, dominiert oder blockiert? Wie nimmst du die Gruppe aus dem Konflikt-Modus heraus, ohne Macht-Spielchen aufzumachen?
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Das Vier-Stufen-Modell Fakt → Gefühl → Auswirkung → Bitte ist das Werkzeug, mit dem du in schwierigen Gesprächen handlungsfähig bleibst. Du übst es konkret in eigenen Konfliktsituationen und in moderierten Rollenspielen.
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Der Kreis als Format: Redestab, Augenhöhe, geschützter Rahmen. Wann setzt du Council ein, wann nicht – und wie öffnest und schließt du ihn als Moderator? Du lernst das Format als Werkzeug für Reflexion, Konfliktbearbeitung und Gruppenbildung.
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Nach diesem Block führst du Gruppen klar, kommunizierst konfliktfest und schaffst Räume, in denen echte Reflexion möglich ist. Du fällst nicht in Macht-Spielchen, sondern bleibst in der Trainerrolle – auch wenn es schwierig wird.
Abschluss & Zertifikat
Am letzten Tag bringst du alles zusammen: Tasktraining unter Beobachtung, Auswertung als Team, persönliches Feedback und der Abschluss-Spiegel der Gruppe. Du gehst nicht nur mit einem Zertifikat raus, sondern mit einem geschärften Trainerprofil und konkretem Werkzeug für deine Praxis.
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Du planst und führst ein Tasktraining mit der Gruppe durch – inklusive Auswertung nach Kriterien. Du übst, eine Outdoor-Übung methodisch sauber anzuleiten und mit der Gruppe gemeinsam zu reflektieren. Feedback zum Feedback inklusive.
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Jeder gibt jedem Rückmeldung: Wo sehe ich deine Trainerqualitäten? Was sind deine größten Baustellen? Was brauchst du, um weiterzugehen? Wo siehst du dich als Trainer in einem Jahr? Konzentrierte Spiegelrunde, die Klarheit über deinen nächsten Schritt schafft.
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Dein eigenes Formathandbuch (gemeinsam erarbeitet), deinen persönlichen Trainer-Leitfaden, dein EarthTrail Outdoor Trainer Zertifikat – und ein Trainerprofil, das fünf Tage Praxis getragen hat. Konkretes Werkzeug, das in deiner eigenen Trainings-Praxis sofort wirkt.
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Was du gelernt hast, wirkt erst in deiner eigenen Praxis. Wir geben dir den Werkzeugkasten – das Anwenden liegt bei dir. Ein klarer Plan für die nächsten Wochen entsteht in der Abschlussrunde.
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Nach diesen fünf Tagen hast du die methodisch-didaktische Schicht, die deine Praxis als Trainer trägt. Du arbeitest nicht mehr aus dem Bauch heraus, sondern mit einem klaren Werkzeugkasten – Methoden, Formate, Feedback, Gruppenführung. Du gehst raus als jemand, der Trainings macht.