Speerfischen – Nahrung aus dem Meer für Survivalisten (Methode, Ausrüstung, Recht)

von Christian Dost | EarthTrail | Letzte Aktualisierung: 20. Mai 2026

Das ABCDE-Schema gibt im Outdoor-Notfall eine klare Reihenfolge vor: Atemwege, Atmung, Kreislauf, Neurologie, Umgebung – in genau dieser Abfolge, weil jeder Schritt auf dem nächsten aufbaut. Dieser Artikel erklärt, wie du das Schema anwendest, wo die häufigsten Fehler passieren und warum Wärmeerhalt genauso entscheidend ist wie die Atemwegssicherung.

Speerfischen – Nahrung aus dem Meer für Survivalisten (Methode, Ausrüstung, Recht)

von Christian Dost | EarthTrail | Letzte Aktualisierung: 17. Mai 2026

Wer im Wald jagt, hat den Hasen vor sich. Wer an der Küste jagt, hat den Fisch unter sich. Und nur einen Atemzug Reserve. Speerfischen ist die direkteste Form der Nahrungsbeschaffung aus dem Meer: ein Schwimmer, eine Harpune, ein Tauchgang. In Deutschland ist diese Technik verboten. In Norwegen ist sie kostenfrei und legal, wenn du dich an die Regeln hältst. Dieser Artikel erklärt, wie Speerfischen als Survival-Skill funktioniert, was die Ausrüstung wirklich leisten muss und warum die meisten Unfälle nicht beim Schuss passieren, sondern beim Auftauchen.


Was Speerfischen ist – und was es im Survival-Kontext bedeutet

Speerfischen, international Spearfishing oder Harpunenfischen, bezeichnet das Erlegen von Fischen mit einer handgeführten Wurf- oder Schusswaffe, meist im freien Wasser und ohne Pressluftgerät. Der Speerfischer hält den Atem an, taucht ab und schießt aus kurzer Distanz. Das macht die Disziplin technisch zur Schnittmenge aus Apnoe (Atemanhalten beim Tauchen, englisch Freediving) und Jagd.

Im Sport-Frame geht es um Tiefe, Größe der Beute und Trophäe. Im Survival-Frame zählt etwas anderes: Kalorien pro Aufwand, Verlässlichkeit, Risiko. Ein gut platzierter Schuss auf einen 60 cm langen Köhler liefert rund 2.000 Kilokalorien Protein und Fett. Eine Angel liefert das auch – langsamer, aber ohne Tauchgang. Speerfischen lohnt im Survival genau dort, wo Angeln nicht funktioniert: zwischen Felsen, in Tang-bewachsenen Buchten, in trüben Brandungszonen, in denen Fische auf Sicht jagen und sich vor Schatten verstecken, aber nicht vor langsamen Schwimmern.


Speerfischen in Deutschland: rechtlich untersagt

In Deutschland ist Speerfischen verboten – flächendeckend, in allen Bundesländern, auch mit gültigem Angelschein. Die rechtliche Grundlage liegt in den Landesfischereigesetzen. Verboten sind dort als Fanggeräte ausdrücklich „Fischgabeln, Harpunen, Speere, Pfeile und ähnliche grobe Werkzeuge" (etwa § 44 Niedersächsisches Fischereigesetz, sinngemäß in den anderen Ländern). Wer mit der Harpune unterwegs ist, begeht eine Ordnungswidrigkeit, in Verbindung mit weiteren Faktoren auch eine Straftat (Wilderei nach § 293 StGB).

Häufig kursiert die Aussage, in Niedersachsen sei Speerfischen über eine Sondergenehmigung möglich. Das stimmt nur sehr eingeschränkt. Ausnahmegenehmigungen werden ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke, Bestandsregulierung und nachhaltiges Gewässermanagement erteilt, nicht für die private Freizeitnutzung. Für Survivalisten, Sportler oder Hobby-Taucher gibt es diesen Weg nicht.

Rechtlicher Hinweis: Speerfischen ohne Berechtigung gilt als Fischwilderei und kann mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren geahndet werden. EarthTrail bildet diesen Skill ausschließlich im Ausland aus, wo er legal ist.


Wo Speerfischen in Europa erlaubt ist

Außerhalb Deutschlands ist die Rechtslage uneinheitlich. Ein paar zentrale Reviere:

Norwegen. Recreational Sea Fishing ist kostenfrei und ohne Lizenz möglich. Das gilt auch für Speerfischen. Die Norwegische Fischereibehörde (Fiskeridirektoratet) verlangt nur, dass „handheld tackle" verwendet wird; die Harpune fällt unter diese Definition. Mindestabstand zu Fischfarmen: 100 Meter. Der Verkauf des Fangs ist verboten. Für Dorsch gilt ein Mindestmaß von 44 cm. Heilbutt ist als Zielfisch für Speerfischer ohnehin ungeeignet, mehr dazu im Abschnitt zum Skjærgård.

Frankreich, Spanien, Italien, Kroatien. Speerfischen ist an allen Mittelmeerküsten erlaubt. Bedingungen variieren, aber drei Regeln gelten fast überall: kein Tauchgerät (Apnoe-Only), Mindestabstand zu Stränden und Häfen (meist 100–150 Meter), Anmeldung oder Lizenz erforderlich. In Marine-Schutzgebieten ist Speerfischen generell verboten.

Großbritannien, Irland. Erlaubt in Küstengewässern, ohne Lizenz. Wenige Beschränkungen, dafür kaltes Wasser und schlechtere Sicht als im Mittelmeer.


Ausrüstung zum Speerfischen

Speerfischen ist eine Disziplin mit wenig Material und viel Verantwortung pro Stück.

Harpune. Drei Bauarten dominieren. Der Pole Spear ist eine ein bis zwei Meter lange Stange mit Wechselspitze. Am hinteren Ende sitzt eine geschlossene Gummischlaufe. Du legst diese Schlaufe um Daumen und Handfläche und ziehst den Speer mit der anderen Hand nach hinten, sodass sich das Gummi spannt. Beim Loslassen schießt der Speer nach vorn, bleibt aber über die Schlaufe mit deinem Arm verbunden und kann sofort zurückgezogen werden. Reichweite ein bis zwei Meter, billig, robust, ideal für Einsteiger und für die Survival-Variante. Das Sling Spear (Hawaiian Sling) funktioniert wie eine Speer-Schleuder, bei der ein Stück Hartgummi den kurzen Speer spannt. Reichweite zwei bis vier Meter. Das Speergewehr (englisch Speargun) gibt es als Gummizug- oder Pneumatik-Variante. Reichweite vier bis sieben Meter, höhere Durchschlagskraft, deutlich teurer, in vielen Ländern für Einsteiger eingeschränkt.

Tauchausrüstung. Du brauchst eine Apnoe-Maske mit niedrigem Innenvolumen, einen Schnorchel ohne Ventile und lange Apnoe-Flossen. Das geringe Innenvolumen der Maske ist deshalb wichtig, weil du auf Tiefe Luft aus der Lunge in die Maske nachblasen musst, um den steigenden Außendruck auszugleichen. Je kleiner der Innenraum, desto weniger Atemluft kostet dich dieser Vorgang. Bei den Flossen wählst du als Einsteiger Kunststoff, weil das Material günstig und robust ist. Carbon liefert mehr Vortrieb pro Schlag, bricht aber beim Anstoßen an Felsen oder Steinen. Diese Investition lohnt erst, wenn deine Technik gefestigt ist. In skandinavischen Gewässern ist außerdem ein Neoprenanzug mit 5 bis 7 mm Stärke Pflicht. Der Skjærgård liegt sommerlich bei 12 bis 16 Grad Wassertemperatur, der menschliche Körper kühlt darin innerhalb einer Stunde aus.

Sicherheit. Eine Auftriebsboje mit Fahne markiert deine Position für Bootsverkehr, dient als Pausenpunkt und als Träger für die Fangleine. Ein Tauchermesser am Bein, nicht zur Verteidigung, sondern um sich aus Tang oder gerissenen Leinen zu befreien. Ein Bleigurt zum Tarieren, damit du nicht ständig gegen den Auftrieb des Neoprenanzugs ankämpfst.

Kein Öl, kein Klebstoff, kein Nagellack im Wasser. Kein Tauchgerät beim Speerfischen, selbst wenn lokal erlaubt. Die Kombination aus Pressluft und Harpune ist in fast allen Ländern eine eigene Verbotskategorie.

Christian Dost, EarthTrail: „Bei Anfängern bricht das System fast immer am Neopren. Sie kaufen 3 Millimeter, weil sie das aus dem Schwimmbad kennen, und sind nach zwanzig Minuten so ausgekühlt, dass sie nicht mehr ruhig zielen können. Im Skjærgård brauchst du Wärmeschutz, bevor du an die Beute denkst."


Technik – Apnoe, Anschleichen, Schuss, Bergen

Wer Speerfischen ernsthaft betreiben will, beginnt nicht mit dem Speer, sondern mit einem Apnoe-Grundkurs an Land und im Schwimmbad. Anerkannte Zertifizierungen kommen von Verbänden wie AIDA, CMAS oder PADI Freediver. Atemtechnik, Druckausgleich und Notfallreaktionen müssen sitzen, bevor eine Harpune ins Wasser kommt. Erst dann ergibt die folgende Sequenz aus vier Phasen Sinn, die jeder Tauchgang neu durchläuft.

Atemtechnik. An der Oberfläche ruhig und langsam atmen, niemals hyperventilieren (siehe Sicherheits-Kapitel weiter unten). Vor dem Abtauchen ein kontrolliertes, tiefes Einatmen, das Bauch und Brustkorb füllt. Kein Pressen.

Druckausgleich. Beim Abtauchen drückt das Wasser auf die Trommelfelle. Du musst alle ein bis zwei Meter ausgleichen, das nennt sich Druckausgleich oder Equalisierung. Der Profi-Standard heißt Frenzel-Manöver. Du hältst die Nase mit den Fingern zu und drückst die Zunge im Mund nach hinten und oben, ähnlich der Bewegung beim Buchstaben K. Der so entstehende Druck im Mund-Rachen-Raum öffnet die Ohren von innen. Wichtig: nicht aus der Lunge pressen. Das überdehnt auf Dauer die Trommelfelle und kostet Sauerstoff, den du beim Tauchgang brauchst. Wer das nicht beherrscht, taucht maximal drei bis vier Meter und bekommt darunter Schmerzen im Mittelohr.

Pirsch. Im Skjærgård jagen Köhler und Pollack auf Sicht. Du näherst dich langsam, ohne Flossenschlag, ohne abrupte Bewegung. Tang und Felsen als Tarnung nutzen. Der Fisch entscheidet die Distanz: Wer drückt, vertreibt das Tier.

Schuss und Bergung. Zielzone ist die obere Schulter direkt hinter den Kiemen. Dort sitzt die Wirbelsäule, ein Treffer setzt den Fisch sofort still. Ein Bauchschuss zerstört Filet und lässt den Fisch fliehen. Bei Sling und Speergewehr zieht nach dem Schuss die Holding Line (Fangleine) den Speer mit dem Fisch an die Boje. Beim Pole Spear bleibt der Speer ohnehin am Arm, eine Leine ist hier nicht nötig. Der Fisch wird sofort betäubt und getötet. Profis nutzen dafür das japanische Verfahren Ikejime: Ein dünner Stahldorn, der Spike, sticht durch eine kleine Vertiefung zwischen Augen und Seitenlinie ins Gehirn. Wer keinen Spike dabei hat, bricht stattdessen das Genick durch festen Druck hinter dem Kopf nach hinten. Das ist Pflicht aus Tierschutzgründen und sorgt zudem für deutlich bessere Fleischqualität.


Sicherheit – Shallow Water Blackout und das Buddy-System

Die häufigste Todesursache beim Speerfischen ist nicht der Hai, nicht die Strömung und nicht das Boot. Es ist der Shallow Water Blackout (Bewusstlosigkeit durch Sauerstoffmangel beim Auftauchen aus geringer Tiefe). Der Mechanismus ist zynisch: Wer vor dem Tauchgang hyperventiliert, spült Kohlendioxid aus dem Blut. Der Atemreflex wird unterdrückt, der Sauerstoffbedarf bleibt. Der Taucher fühlt sich gut und bleibt lange unten. Beim Aufstieg fällt der Umgebungsdruck, der Sauerstoff-Partialdruck im Blut sinkt schlagartig. Zwischen drei Metern Tiefe und der Wasseroberfläche kippt das Bewusstsein. Ohne Vorwarnung, ohne Kampf. Das Divers Alert Network beschreibt SWB als zentrale, oft tödliche Gefahr beim Freitauchen und Speerfischen, gerade dann, wenn Taucher ihre Grenzen überschreiten.

Was funktioniert dagegen:

Buddy-System nach „One Up, One Down". Einer taucht, einer schaut. Der Beobachter folgt dem Tauchpartner mit Blick und ist bereit, ihn an der Oberfläche zu sichern. Nach jedem Auftauchen folgt ein Sichtcheck über mindestens 30 Sekunden, bei dem Atmung, Hautfarbe und Reaktion geprüft werden. Bewusstseinsverlust tritt manchmal verzögert auf, wenn das Sauerstoffdefizit gerade so bis an die Oberfläche reicht. Solo-Speerfischen ist ein verbreiteter Brauch und ein verbreiteter Sterbegrund.

Warnsignal Luftblasen. Eine plötzliche, große Luftblase aus dem Mund während des Aufstiegs ist das eindeutige Zeichen für eine beginnende Bewusstlosigkeit. Reaktion: sofort hin, Gesicht über Wasser bringen, Maske und Bleigurt entfernen, Atemwege freihalten, nach wenigen Sekunden Beatmen, wenn keine Eigenatmung einsetzt.

Keine Hyperventilation vor dem Tauchgang. Maximal zwei oder drei tiefe, langsame Atemzüge zur Vorbereitung. Kein schnelles Pumpen.

Sicherheits-Hinweis: Wer alleine speerfischt, riskiert Tod durch Bewusstlosigkeit in Wassertiefen, die rechnerisch ungefährlich sind. Speerfischen ohne Tauchpartner ist keine Mutprobe. Es ist Fahrlässigkeit.


Welche Fische du im norwegischen Skjærgård speerst

Der Skjærgård, die südnorwegische Schärenküste, ist ein Speerfischen-Revier mit überschaubarer Artenliste, klaren Saisonzeiten und kalter, aber meist klarer Sicht.

Köhler (Pollachius virens), englisch Saithe oder Coalfish. Schwarz-grüner Schwarmfisch, oft in Trupps von zehn bis hundert Tieren. Verhält sich neugierig und schwimmt aktiv auf Taucher zu, das macht ihn zum häufigsten Anfänger-Fang. Tiefen drei bis fünfzehn Meter, ganzjährig, besonders aktiv von Mai bis Oktober.

Pollack (Pollachius pollachius). Naher Verwandter, oberkieferständig, hellbrauner Rücken. Einzelgänger, oft an Strukturen wie Felsabbrüchen oder Bootswracks. Skeptischer und scheuer als Köhler, dafür größer: Tiere bis 80 cm sind keine Seltenheit.

Makrele (Scomber scombrus). Frei schwimmender Schwarmfisch (pelagisch, also nicht am Grund lebend), hochkalorisch und fettreich. Ab Ende Mai bis September in den Fjorden, oft in dichten Schwärmen an der Oberfläche. Schwer zu spearen, weil schnell und nervös, aber bei guter Sicht ein lohnendes Ziel.

Hering und Wittling spielen für den Speerfischer eine Nebenrolle, zu klein und zu schnell für das Aufwand-Ertrag-Verhältnis.

Heilbutt. Großer Plattfisch, kann mehrere Meter erreichen. Rechtlich heikel: Vom 20. Dezember bis 20. April ist Heilbuttfischen in der gesamten norwegischen Wirtschaftszone verboten. Alle Tiere über zwei Meter müssen zurückgesetzt werden, hier aus Gründen der Schadstoffbelastung, nicht des Bestandsschutzes. Aus Survival-Sicht ist Heilbutt kein realistisches Ziel. Das Tier liegt am Grund in zehn bis dreißig Metern Tiefe, ein Schuss aus dieser Distanz erfordert Erfahrung, die der Survival-Kontext nicht hergibt.


Was du im Coast Survival Training lernst

In Deutschland kannst du Speerfischen nicht legal lernen. Genau deshalb findet das praktische Training auf der Coast Survival Expedition in Norwegen statt, auf einer isolierten Insel im südnorwegischen Skjærgård. Gearbeitet wird mit Pole Spear und Sling als Hauptwerkzeugen, mit verbindlicher Buddy-Pflicht und mit dem Wissen, das du oben gelesen hast, in der Anwendung. Wer das ergänzen will: Die Apnoe-Grundlagen behandeln wir im Detail im Artikel zum Sea Survival Training, die nicht-tierischen Nahrungsquellen aus dem Meer findest du unter Essbare Algen und Strandbeute. Der Überblick über alle Risiken an der Küste steht im Hub-Artikel Gefahren an der Küste.

Christian Dost, EarthTrail: „Speerfischen ist im Survival selten der erste Schritt. Erst kommt Wasser, dann Wärme, dann Pflanzennahrung und Muscheln. Der Speer wird interessant, wenn du Tage hast und Bedingungen, in denen sich der Tauchgang lohnt. Wer das mit dem zweiten Hunger startet, geht baden."


Auf einen Blick

Speerfischen ist in Deutschland verboten und gilt rechtlich als Fischwilderei. In Norwegen ist es kostenfrei und ohne Lizenz möglich, solange du eine handgeführte Harpune nutzt, 100 Meter Abstand zu Fischfarmen hältst und den Fang nicht verkaufst. Das größte Sicherheitsrisiko ist nicht der Schuss, sondern der Aufstieg: Shallow Water Blackout tötet auch trainierte Taucher in Schwimmbadtiefe. Wer Speerfischen ernsthaft lernen will, beginnt mit Pole Spear, festem Buddy-System und einem ehrlichen Neoprenanzug. Und übt dort, wo die Methode legal ist.


Häufige Fragen

Ist Speerfischen in Deutschland erlaubt? Nein. Die Landesfischereigesetze verbieten Harpunen, Speere und ähnliche Werkzeuge als Fanggerät. Auch ein gültiger Angelschein ändert daran nichts. Ausnahmegenehmigungen gibt es nur für wissenschaftliche oder gewässerregulierende Zwecke, nicht für Freizeit.

Brauche ich in Norwegen einen Angelschein zum Speerfischen? Nein. Recreational Sea Fishing im Salzwasser ist in Norwegen für Privatpersonen kostenfrei und nicht lizenzpflichtig. Du musst eine handgeführte Harpune verwenden, mindestens 100 Meter Abstand zu Fischfarmen halten und darfst den Fang nicht verkaufen. Für Süßwasser gelten andere Regeln.

Welche Ausrüstung brauche ich zum Einstieg? Pole Spear oder Sling Spear, Apnoe-Maske mit niedrigem Innenvolumen, Schnorchel, lange Apnoe-Flossen, Neoprenanzug 5 bis 7 mm für Skandinavien, Bleigurt, Auftriebsboje mit Fahne, Tauchermesser. Speergewehre sind für Anfänger nicht nötig und in mehreren Ländern eingeschränkt.

Wie lernt man Speerfischen? In Deutschland kannst du Speerfischen aus rechtlichen Gründen nicht praktisch lernen. Der übliche Weg ist ein Apnoe-Grundkurs im Inland mit Theorie und Schwimmbad, danach praktisches Training im Ausland, zum Beispiel in Norwegen, Kroatien oder Frankreich. Wichtig ist die Reihenfolge: erst Apnoe, dann Harpune.

Wie gefährlich ist Speerfischen wirklich? Die mit Abstand häufigste Todesursache ist Shallow Water Blackout: Bewusstlosigkeit durch Sauerstoffmangel beim Auftauchen, ausgelöst durch Hyperventilation vor dem Tauchgang. Die wirksamste Gegenmaßnahme ist das Buddy-System nach „One Up, One Down". Hai- oder Strömungsunfälle spielen statistisch eine untergeordnete Rolle.


Weiterführende Informationen

Von der Theorie in die Praxis

Du suchst ein Training oder willst dich weiterbilden, weißt aber noch nicht genau, wo du starten sollst? Der EarthTrail Explorers Guide gibt dir eine klare Übersicht über alle Trainings- und Ausbildungswege – plus die wichtigsten Survival-Grundlagen.